Was macht Hans Apel?

Veröffentlicht am 20.03.2010 in Vermischtes

Bevor ein gewisser Herr Eichel als Kämmerer der Nation den Namen ‚Eiserner Hans‘ erwarb, hatte die SPD schon mal einen, auf den diese Liebkosung ohne Zweifel zugetroffen hätte – Hans Apel, Bundesfinanzminister von 1974-1978; ausgerechnet in jener Zeit also, in der nach der Ölkrise und durch starken Lohndruck im öffentlichen Dienst die einst so prallen Kassen der Bonner Republik klammer und klammer wurden und die Not des Sparens nach mehr als zwanzig Jahren schönsten Wachstums und staatlicher Segnungen umzudenken zwang. Viele Freunde macht man sich da nicht.

Aber um Freunde in der Politik wird es Hans Apel (geboren 1932) auch nicht gegangen sein. Das beweisen seine öffentlich wahrnehmbaren Einmischungen nach dem Abschied aus der aktiven Politik und dem Bundestag im Jahre 1990 bis heute. Mitunter als Person „am rechtsnationalen Rand“ bezeichnet, schrieb Apel in der jüngsten Vergangenheit modernisierungskritische Bücher zur Lage der Kirchen und bezog nicht unumstritten gegen vermeintlich „totalitäre Bestrebungen der Lesben- und Schwulenverbände“ Stellung.

Nicht immer blieb Apel dabei so konsequent, wie man es vom streitbaren Debattenredner, Inhaber zahlreicher öffentlicher Ämter und Kandidaten für den Regierenden Bürgermeister Berlins (1985) gewohnt war; den ihn schmähenden Autoren eines Artikels in der ‚Jungen Welt‘ etwa wollte Apel eigentlich vor Gericht ziehen, zog die Anklage aber kurz vor Ultimo zurück. Das war weichgespülter als man es eigentlich hätte erwarten dürfen.

von Andrej Stephan

 

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