Uni Halle ist Herz-Lungen-Maschine der Stadt - Mit Kürzungen lassen sich Strukturprobleme nicht lösen!

Veröffentlicht am 16.09.2012 in Schule und Bildung

Die Jusos in der SPD Halle (Saale) fordern das Rektorat der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie Wissenschaftsministerin Birgitta Wolff (CDU) auf, gemeinsam nach solchen Lösungen für die aktuelle Haushaltskrise der Universität zu suchen, welche die Qualität von Forschung und Lehre sowie den Fortbestand der Fächervielfalt nicht gefährden.

"Schon jetzt bereiten nicht besetzte Professuren, ein schlechter Betreuungsschlüssel und aufgeschobene Investitionen große Probleme, die sich in den kommenden Jahren noch verschärfen könnten", so Paul Hoyer, Sprecher der Juso-Hochschulgruppe. "So ist die Universität durch den Hochschulpakt einerseits gezwungen, möglichst viele Studierende aufzunehmen, kann die Lehre andererseits aber nicht entsprechend verbessern, da dafür das Geld nicht ausreicht. Um überhaupt ein einigermaßen ausreichendes Lehrangebot vorhalten zu können, werden weiterhin prekäre Beschäftigungsverhältnisse insbesondere im akademischen Mittelbau akzeptiert und die Forschung fällt schließlich hinten runter", so Paul Hoyer weiter.

„Wir müssen Frau Ministerin Wolff sicher nicht daran erinnern, dass die Studierenden ein Recht darauf haben, ihr Studium erfolgreich und in der dafür vorgesehenen Zeit absolvieren zu können, ohne Abstriche bei den Bedingungen rund um das Studium hinnehmen zu müssen. Die Universität kann dieser Aufgabe jedoch nur mit einer entsprechenden finanziellen Ausstattung durch das Land gerecht werden“, so der stellvertretende Juso-Vorsitzende Clemens Wagner. „Daher sollte die Ministerin als Cheflobbyistin der Hochschulen innerhalb der Landesregierung dafür sorgen, dass die Universität für ihre Strukturentwicklung die notwendige Zeit erhält und dabei nicht ständig durch die Finanzierungsfrage unter Druck gesetzt wird“, so Clemens Wagner weiter.

Doch nicht nur für die Universität, sondern auch für die Stadt Halle hätten empfindliche finanzielle Einschnitte gravierende Folgen. „Die Stadt lebt von ihrer Universität: von den jungen Menschen, die hier zum Studieren herkommen bzw. hierbleiben und ihrem ehrenamtlichen Engagement, von den Beschäftigten, von den nationalen und internationalen Forschungskontakten und von der Innovationskraft. Wer die Universität weiter schwächt, der schwächt auch die Stadt und damit den Motor der Region“, so Clemens Wagner abschließend.

Hintergrund: Schon seit Jahren wird die schwierige Finanzlage an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg diskutiert. Immer wieder war unter anderem von Schließungen einzelner Institute die Rede. Die Konzentration der Ingenieurswissenschaften in Magdeburg und der Lehramtsausbildung in Halle war nur ein – im Ergebnis sehr kurzsichtiger – Zwischenstopp in der langjährigen Debatte. Derzeit kocht die Diskussion wieder hoch, weil die Folgen der Unterfinanzierung der Universität immer spürbarer werden – sowohl für die Beschäftigten als auch für die Studierenden. Der Personalrat sowie der Studierendenrat hatten sich entsprechend kritisch in der Mitteldeutschen Zeitung vom 14. September 2012 geäußert.

 

Homepage SPD-Stadtverband Halle (Saale)

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