Schöpf-Kelle: Oase in der Silberhöhe

Veröffentlicht am 20.03.2010 in Soziales

In Halle ist eine Vielzahl von sozialen Projekten beheimatet. Eines davon ist die ‚Schöpf-Kelle’ auf der Silberhöhe, die 1993 eröffnete. Ein Bericht über die Erfahrungen eines halleschen Vorzeigeprojektes. ein Gastbeitrag von Christina Seidel, Leiterin der Einrichtung

‚Schöpf-Kelle‘? Ist das nicht eine Suppenküche? Und ‚Bäumchen‘? Das ist doch der Kindergarten? Solche Fragen, wie sie kurz nach Gründung der Begegnungsstätte immer wieder gestellt wurden, hört man in den letzten Jahren nur noch selten. Sicher stiften die Namen mitunter noch Verwirrung. Warum sagt man nicht einfach nur ‚Bäumchen‘ oder ‚Schöpf-Kelle‘? Selbst Gäste, die schon seit vielen Jahren zu uns kommen, wissen da nicht so recht Bescheid und in der Zeitung steht es auch oft falsch. Aber eigentlich sei es egal, meinen die meisten Besucher: „Wir kommen in die Hanoierstraße 70, weil es uns dort gefällt und weil wir daran gewöhnt sind, jeden Freitag unser Englisch oder das Gedächtnis aufzufrischen oder am Mittwoch etwas für die Seele zu tun.“ Für Leute, die es genau wissen wollen: Das ganze Haus heißt Familienzentrum ‚Schöpf-Kelle‘. Steht man vor dem Gebäude, befindet sich im linken Teil die Begegnungsstätte ‚Schöpf-Kelle‘, rechts der Jugendclub ‚Bäumchen‘ und beide werden durch den Hort ‚Bäumchen‘ verbunden. Die Idee einer Begegnungsstätte wurde Ende 1993 geboren. Geburtshelfer waren Konrad Potthoff und Peter Jeschke. Vier Monate später feierte die ‚Schöpf-Kelle‘ Eröffnung. Es dauerte nicht lange und die Einrichtung ‚boomte’. Wir organisierten auf der Silberhöhe das erste Stadtteilfest ‚Silberwirbel‘, Lesungen sowie Projekttage für Schulen. Das Puppentheater gab Gastspiele. Bildungsvorträge, Beratungssprechstunden und Blutspenden der MLU fanden statt. Oft wünschte ich mir damals mehr Räume, denn die Wartelisten für Kurse waren lang. 1996 war es soweit. Wir zogen um, weiter hinein in die Silberhöhe, in einen ehemaligen Kindergarten. Fast alle unsere Gäste blieben uns treu und folgten in das neue Haus. Heute besitzen wir einen Kreativ- und einen Seminarraum mit kleiner Galerie, ein Cafe und ein Kino sowie eine Töpferwerkstatt und ein Internetcafe. 140 bis 150 Veranstaltungen finden monatlich statt. Das reicht von ‚Kino–Kaffee-Kuchen‘ über den Skat- und Spieletreff, Gymnastik, Schreiben, Lesen und Erzählen bis hin zu Ferienveranstaltungen und Ausstellungen. Die Teilnahmegebühren sind erschwinglich und viele Veranstaltungen sind kostenfrei. Oft macht die Wander- oder die Radwandergruppe bei uns Station. Im monatlichen Programm kann man sich informieren und ein Angebot ist garantiert für jeden interessant. Heute noch freuen wir uns, wenn neue Besucher sagen: „Ach, man vermutet gar nicht, dass es hier solch eine Oase gibt.“ Sicher, der Weg bis dahin war nicht einfach und der Weg zu uns ist nicht immer leicht zu finden. Aber wir sind ein Haus, das allen offen steht. Keine Angst also vor dem Weg zu uns. Bisher hat noch niemand Schaden dabei genommen. Kommen Sie und schöpfen Sie neue Kraft.

 

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