Schneller über Halle

Veröffentlicht am 13.03.2010 in Verkehr

HALLE/cw. Der Ausfall der Neigetechnik macht es möglich. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2010 soll Halle in den Taktfahrplan der ICE-Linie Hamburg – Berlin – Nürnberg – München eingebunden werden. Künftig sollen die Züge alle zwei Stunden über Halle geführt werden und nicht mehr das benachbarte Leipzig anfahren. Auch Direktverbindungen nach Dresden sind eine Folge des grundlegenden Zuglaufwechsels. In Sachsen schlagen die Wellen hoch: „Es darf nicht sein, dass Sachsen zum Abstellgleis wird“ äußerte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich zu den Plänen der Deutschen Bahn AG, die Messestadt Leipzig künftig nur noch zweistündlich in die ICE-Linie Hamburg – Berlin – München einzubinden. Stattdessen sollen die Züge wechselseitig über Halle (Saale) und Leipzig geführt werden.

Damit wird die Händelstaadt erstmals in den regulären ICE-Taktverkehr eingebunden und erhält Direktverbindungen nach Hamburg, Nürnberg und München. „Das ist gut für Halle und das gesamte südliche Sachsen-Anhalt“, sagte Halles Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados gegenüber der Redaktion. Die Deutsche Bahn AG begründet die Änderungen mit dem Ausfall der Neigetechnik, durch den die Züge noch auf unbestimmte Zeit verlangsamt werden. Um diese Fahrzeitverluste zu kompensieren, entschied sich der Konzern offensichtlich, alternativ die Streckenführung über Halle (Saale) zu nutzen. Da die Züge in Leipzig wenden müssen und die Ein- und Ausfahrt wertvolle Minuten frisst, sind die Züge über die Saalestadt erheblich schneller. Da die über Halle geführten Züge südlich von Nürnberg auch über die Schnellfahrstrecke via Ingolstadt geführt werden, sind die ICE insgesamt 50 Minuten schneller am Ziel. In Sachsen und vor allem in Leipzig beobachtet man diesen Effekt mit Sorge und befürchtet die Abkopplung der Messestadt. Auch die ICE-Linie Frankfurt (Main) – Erfurt – Leipzig – Dresden soll nur noch zweistündlich verkehren. Auch davon profitiert Halle: Um einen stündlichen Verkehr zwischen Leipzig und Dresden zu erhalten, wird jeder zweite Zug der IC-Linie Hannover – Magdeburg – Halle – Leipzig bis nach Dresden verlängert. Für Reisende aus dem Raum Halle (Saale) entstehen dadurch wieder attraktive Direktverbindungen in die sächsische Landeshauptstadt. Unklar scheint derzeit noch die Zukunft der IC-Linie Stralsund – Berlin – Halle – Erfurt – Kassel. Es ist kaum anzunehmen, dass die Bahn stündliche Verbindungen zwischen Halle und Berlin anbietet und das sächsische Leipzig nur jede zweite Stunde mit der Bundeshauptstadt verbunden wird. Da die Linie westlich von Erfurt und nördlich von Berlin ohnehin wenig nachgefragt ist und der Taktverkehr bereits erheblich reduziert wurde, könnte auch der Wegfall die Linie nicht auszuschließen sein. Alternativ könnte der Zuglauf auch über Leipzig erfolgen, um die stündliche Anbindung Leipzigs an die Bundeshauptstadt zu gewährleisten. Halle würde in diesem Fall die direkte Schnellverbindung nach Erfurt und die Ostsee verlieren.

 

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