Mindestlohn ohne Ausnahmen!

Veröffentlicht am 18.03.2014 in Arbeit und Wirtschaft

Die von Bundesarbeitsministerin Nahles bzw. dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag sowie Bundesbildungsministerin Johanna Wanka vorgeschlagene Altersgrenze von 18 bzw. 25 Jahren diskriminiert junge Menschen.

Die hallesche SPD-Jugendorganisation spricht sich entschieden für einen Mindestlohn ohne Ausnahmen aus. „Die vorgeschlagenen Altersgrenzen diskriminieren junge Menschen. Natürlich ist es wichtig, dass Jugendliche nach der Schule erst einmal eine Ausbildung beginnen, bevor sie ins Berufsleben einsteigen. Der vorgeschlagene Weg ist allerdings äußert fragwürdig“, so Clemens Wagner, stellvertretender Vorsitzender der Jusos Halle.

Nach Ansicht der halleschen Jusos geht die aktuelle Debatte um Altersgrenzen in die falsche Richtung. Alternativ schlägt Clemens Wagner vor: „Handwerk, Industrie und Politik sollten prüfen inwiefern die derzeitigen Ausbildungsbedingungen für junge Menschen noch attraktiv sind. Wenn geringe Ausbildungsvergütungen gezahlt werden, die Übernahme der Azubis nach der Ausbildung unsicher ist und die Arbeitszeiten das übrige Leben stark einschränken, darf sich niemand wundern, wenn Jugendliche der klassischen Ausbildung den Rücken kehren und vielleicht lieber direkt den Einstieg ins Berufsleben suchen“.

Generell wünschen sich die Jusos Halle mehr Ehrlichkeit in der Debatte: „Wir werden den Eindruck nicht los, dass es hier nicht um die Belange junger Menschen geht, sondern um die Durchsetzung möglichst vieler Mindestlohnausnahmen. Davon wird die Berufsausbildungen sicherlich nicht attraktiver und Politik sowie Unternehmen werden ihren lautstarken Rufen nach mehr Fachkräften nicht gerecht. Wer Fachkräfte will, muss sie sowohl in der Ausbildung als auch später im Beruf gut bezahlen“, ist sich Clemens Wagner sicher.

Zum Hintergrund: Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) beabsichtigt, Jugendliche unter 18 Jahren vom gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 8,50 € auszunehmen, damit diese keine Anreize haben, statt einer Ausbildung einen Aushilfsjob anzunehmen. Vertreter der Industrie und Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) fordern sogar eine höhere Altersgrenze von 25 Jahren, da die meisten Auszubildenden älter als 20 Jahre seien.

 

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