Land soll Thalia-Theater mittelfristig übernehmen

Veröffentlicht am 24.11.2010 in Kultur

Seit August dieses Jahres wurde um den Erhalt des Thalia Theaters gestritten, die Grünen forderten eine Rücknahme des "Schließungsbeschlusses" durch den Aufsichtsrat der Theater, Oper und Orchester GmbH, der Stadtrat zeigte sich gespalten, das Theater selbst organisierte Proteste die bis zur Stürmung einer Stadtratssitzung führten. Nun äußerte sich auch die SPD-Stadtratsfraktion zum Thema. Im Ergebnis ihrer Klausurtagung am vergangenen Wochenende fordert die SPD-Stadtrastfraktion Halle (Saale) die Landesregierung auf, das Thalia Theater mittelfristig in Landesträgerschaft zu übernehmen. "Dank der Solidarität der Belegschaft von Oper, Puppentheater und Neuem Theater sind sechs Jahre Zeit für die Schaffung einer dauerhaft tragfähigen Basis für das hallesche Kinder- und Jugendtheater geschaffen worden. Jetzt muss das Land zeigen dass es bereit ist, Schwerpunkte zu setzen", so eine Pressemitteilung.

Die SPD-Fraktion versteht die Äußerungen von Frau Ministerin Wolff zur Einzigartigkeit der Angebote des Thalia-Theaters nach eigenem Bekunden so, dass es sich hier um einen kulturellen Leuchtturm mit Landesbedeutung handele. Danach sei das Thalia-Theater dem Goethe-Theater in Bad Lauchstädt vergleichbar, das sich in Landesträgerschaft befindet und komplett vom Land finanziert werde. Nun komme es darauf an, dieses Urteil in praktische Politik umzusetzen. Ein erster Schritt hierzu muss aus Sicht der SPD-Fraktion sein, dass das Land zusichert, die Höhe der Förderung für die Theater in Halle bis 2016 auf dem jetzigen Niveau zu halten. Nur unter dieser Voraussetzung könne der abzuschließende Haustarifvertrag auch in Kraft treten, denn die Stadt könne angesichts ihrer Haushaltslage nicht mit einer Genehmigung des Landes für eine Erhöhung der städtischen Zuschüsse an die Theater rechnen. „Die Übernahme des Thalia-Theaters als zweiter Schritt ist logisch und – nimmt man Frau Wolffs Äußerungen ernst – im Interesse des Landes“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Johannes Krause. Inwieweit diese Forderungen vom Land erfüllt werden, steht allerdings in den Sternen. Bislang waren zu solchen Szenarien eher ablehnende Kommentare seitens VertreterInnen der Landesregierung zu hören. Die Kultusministerin selbst meinte kürzlich auf einer Klausurtagung der Jusos Sachsen-Anhalt, dass dafür kein Geld da sei. Allerdings gebe es ausreichend Projektmittel, die beantragt werden könnten. Dafür könne sie sich den mittelfristigen Fortbestand des Theaters als Verein vorstellen. Das Haus könne dabei als Dach für weitere Kinder- und Jugendprojekte dienen. Dass die hallesche Theater, Oper und Orchester GmbH bis 2016 tatsächlich in ihrem derzeitigen Bestand gesichert ist, wie einige Medien bereits berichteten, ist deshalb insgesamt eher fraglich. Abzuwarten bleibt vor allem, mit welchen Konzepten die hallesche Kommunalpolitik zur mittel- und langfristigen Sicherung der Kulturlandschaft aufwarten wird.

 

Homepage SPD-Stadtverband Halle (Saale)

Counter

Besucher:1038177
Heute:17
Online:2