Kultur trotz Krise

Veröffentlicht am 20.03.2010 in Kultur

Die Kultur ist in der Krise. Angesichts leerer Kassen droht der Breitenkultur zukünftig der Kahlschlag. Es gilt, alternative Fördermethoden zu generieren. Gerade die SPD muss sich dieser Aufgabe stellen, gilt sie doch als die Partei der Kultur. Doch das ist nur eine unter vielen Herausforderungen. von Günter Kraus, Leiter AK Kultur der Stadtratsfraktion

Die Händelstadt Halle hat ein reichhaltiges und vielseitiges Kulturangebot. Neben der Oper, der Staatskapelle und den drei Theatern – vereint in einer Kultur-GmbH – gibt es zahlreiche Galerien und Museen sowie darüber hinaus auch eine soziokulturelle Szene. Die öffentliche Finanzierung dieser Einrichtungen aber ist gefährdet, die freiwillige Aufgabe Kultur ist bedroht. Sinkende Steuereinnahmen, steigende Sozialkosten und die Abwälzung von Kosten durch Bund und Länder sind ein Grund, hinzu kommen die Probleme der gegenwärtigen Finanzkrise. Einsparungen können zu irreparablen Schäden in der kulturellen Infrastruktur führen und trotzdem sind weitere Kürzungen zu befürchten. Von der Reduzierung des Kulturangebotes geht es bis zur Schließung ganzer Einrichtungen. Ist ein Theater oder eine Galerie erst einmal geschlossen, so ist das meist endgültig. Aufgrund sinkender Einnahmen reduzieren auch Sponsoren ihr Engagement. Länder und Kommunen haben einen gesetzlich festgelegten Kulturauftrag. Durch höhere finanzielle Belastungen reduziert sich auch die Gestaltungsfreiheit im Kulturbereich. Bei der gegenwärtigen und zukünftigen finanziellen Situation wird nicht alles zu erhalten sein, ein Grundangebot sollte aber garantiert sein. Dazu müssen neue Wege der Kulturfinanzierung gefunden werden. Außerdem sollte eine Stadt, die sich mit Recht Kulturhauptstadt von Sachsen-Anhalt nennt, endlich auch eine Kulturkonzeption haben, in der kulturpolitische Verpflichtungen festgeschrieben werden. Andererseits stellen in der letzten Zeit Veränderungen in der demografischen Entwicklung und neue kulturelle Angebotsstrukturen durch Medialisierung wie TV und Internet die Kulturpolitik vor neue Herausforderungen. Insbesondere die jüngere Generation bildet mit den digitalen Medien neue kulturelle Orientierungen aus. Man sollte ausloten, inwieweit sich neue Formen der Kunstrezeption herausgebildet haben oder herausbilden können. Ein Ersatz für die vorhandene Kulturszene kann das jedoch nicht sein. Ein Abbau von Kultureinrichtungen wegen nicht völliger Auslastung wäre auch das falsche Signal. Die SPD war immer die Partei der Kultur. Gründeten doch Willy Brandt und Peter Glotz 1983 das ‚Kulturforum der Sozialdemokratie’. Unter dem Kabinett Schröder gab es 1998 den ersten Kulturstaatsminister der Bundesrepublik und 2002 wurde die ‚Kulturstiftung des Bundes’ gegründet mit Sitz in Halle an der Saale. Für die SPD vor Ort ergibt daraus die Verpflichtung, sich für den Erhalt und die Entwicklung der Kultur in unserer Stadt besonders einzusetzen.

 

Homepage SPD-Stadtverband Halle (Saale)

Counter

Besucher:1038177
Heute:77
Online:2