Interview: Karamba Diaby

Veröffentlicht am 20.03.2010 in Soziales

Karamba Diaby ist SPD-Stadtrat und Vorsitzender des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrates (vormals Bundesausländerbeirat). In dieser Funktion beantwortete er die Fragen der Redaktion. die Fragen stellte Alexander von Moltke, blick.punkt

Du wurdest kürzlich als erster Ostdeutscher zum Vorsitzenden des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat (B.Z.I.) gewählt. Welche Aufgaben hat der B.Z.I.?

Der B.Z.I. ist der Zusammenschluss der Landesarbeitsgemeinschaften der kommunalen Ausländerbeiräte und Ausländervertretungen. Über ihn werden über 400 demokratisch gewählte Ausländerbeiräte in 13 Bundesländern und damit etwa 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland repräsentiert. Der B.Z.I. als politische Interessenvertretung der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Deutschland steht als Ansprechpartner der Bundesregierung, des Bundestages und des Bundesrates zur Verfügung. Er arbeitet mit allen gesellschaftlich relevanten Organisationen auf Bundesebene zusammen.

Du bist auch Vorsitzender des Ausländerbeirats der Stadt Halle, was macht konkret ein kommunaler Ausländerbeirat?

Der Ausländerbeirat setzt sich für die rechtliche, wirtschaftliche und soziale Gleichstellung der ausländischen Bevölkerung in Halle ein. Er unternimmt vielfältige Aktivitäten zur Stärkung des Integrationsprozesses von MigrantInnen unserer Stadt und vertritt die Interessen der Menschen mit Migrationshintergrund in relevanten Gremien der Stadt wie z.B. im Präventionsrat der Stadt Halle. Neben den monatlichen Sitzungen finden zum Beispiel Gespräche mit VertreterInnen verschiedener Interessengruppen, Initiativen und Projekten statt. Der Ausländerbeirat pflegt regelmäßige Kontakte zu den VertreterInnen und Vorsitzenden der Fraktionen des Stadtrates und unterstützt Projekte wie z.B. die Interkulturelle Woche in Halle.

Was ist Deine Motivation, Dich für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und für den B.Z.I. zu engagieren?

Ich bin davon überzeugt, dass die Demokratie vom Engagement mündiger BürgerInnen lebt. Das gilt auch für MigrantInnen. Deshalb bin ich seit über zehn Jahren haupt- und ehrenamtlich in unterschiedlichen Integrationsprojekten tätig, unter anderem im Ausländerbeirat der Stadt Halle. Die viel geforderte Partizipation von MigrantInnen kann nur funktionieren wenn Einzelne bereit sind Verantwortung zu übernehmen.

Welche Schwerpunktthemen setzt Du Dir als Vorsitzender des B.Z.I. für die nächsten Jahre?

Ich möchte kurz 3 Themen nennen: (1) Die Verbesserung der Einbürgerung, insbesondere für die in Deutschland geborenen Kinder ausländischer Eltern. (2) Die Erweiterung der politischen Rechte von Zugewanderten, z.B. die Einführung des kommunalen Wahlrechtes für AusländerInnen aus Nicht-EU-Staaten (Drittstaatsangehörige). Und (3) die notwendige Stärkungen der Antidiskriminierungspolitik.
 

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