IBA 2010: Sachsen-Anhalt verändert sich

Veröffentlicht am 20.03.2010 in Regional

Es ist mehr als 8 Jahre her, dass sich der damalige Direktor des Bauhauses in Dessau, Prof. Omar Akbar, und der damalige Bauminister Sachsen-Anhalts, Dr. Jürgen Heyer (SPD), darauf verständigten, in unserem Bundesland eine Internationale Bauausstellung durchzuführen. Nun - im Jahr 2010 - steht die erste Bauausstellung in Halle und Sachsen-Anhalt bevor.

von Thomas Felke, MdL

Damit wurde in mehrfacher Hinsicht Neuland beschritten. Erstmals wird in einem ganzen Bundesland eine Bauausstellung ausgerichtet. 19 Städte präsentieren ihre spezifischen Themen und Strategien. Waren vorangegangene Bauausstellungen davon geprägt, Stadtentwicklungsprozesse in Zeiten von Wachstum darzustellen, gibt die ‚IBA Stadtumbau’ Antworten auf drängende Fragen des demografischen Wandels und dessen Auswirkungen auf die Stadtentwicklung.

Die vergangenen Jahre wurden intensiv genutzt, um in jeder teilnehmenden Stadt individuelle Lösungen zu entwickeln. Unter einem Leitmotiv zeigt jede Stadt ihren eigenen Weg. Rück-, Um- und Aufbauprozesse werden dargestellt. Interessante Konzepte für weitere Umgestaltungsmaßnahmen wurden erarbeitet. Mit über 170 Mio. Euro aus Mitteln des Programms ‚Stadtumbau Ost’ und des ‚Europäischen Fonds für regionale Entwicklung’ wurden die Projekte unterstützt. Jeweils etwa 25 Mio. Euro kamen von den beteiligten Städten und privaten Investoren hinzu. Der Stadtumbau in Sachsen-Anhalt konnte damit deutlich vorangetrieben werden.

Zusätzlich hat die IBA ein positives Ergebnis: Viele Bürger haben sich aktiv in die Stadtumbaudiskussionen eingebracht. Wurde noch vor einigen Jahren die Notwendigkeit des Umbauprozesses an sich von Vielen in Frage gestellt, hat die Bauausstellung jetzt dazu geführt, dass viele Engagierte über das Wie mitreden und entscheiden wollten. Das Bewusstsein eines großen Teils der Bevölkerung für ihre Stadt wurde gesteigert und damit eine Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements erreicht.

Halle war von Anfang an dabei. Unter dem Thema „Balanceakt Doppelstadt – Kommunikation und Prozess“ werden für 7 Standorte vom Riebeckplatz bis zum Zentrum Neustadt interessante Lösungen präsentiert oder Diskussionsprozesse angestoßen. Vom Skaterpark, mit dem junges Leben in das Neustädter Zentrum gebracht wird, bis hin zur Diskussion um die Hochhäuser am Riebeckplatz liefert Halle beachtenswerte Beiträge. Mit einer Reihe von Fachveranstaltungen und Events werden Bürger sowie das Fachpublikum in die Abschlusspräsentation einbezogen.

Die IBA Stadtumbau 2010 hat wichtige Impulse und positive Wendungen angestoßen. Notwendig bleibt aber über dieses Jahr hinaus die ressortübergreifende Zusammenarbeit fortzusetzen, um die Entwicklung der Städte zu begleiten. Eine Zukunftswerkstatt sollte die Erfahrungen auswerten und weitere Impulse für die Gestaltung der Stadtumbauprozesse geben. Sachsen-Anhalt hat die große Chance zum Kompetenzzentrum für innovative Stadtentwicklung zu werden.

 

Homepage SPD-Stadtverband Halle (Saale)

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