Der Von-Seckendorff-Platz

Veröffentlicht am 12.09.2009 in Vermischtes

Generationen hallischer Studierender haben sich an Seminare und Vorlesungen in den inzwischen schmucken Räumlichkeiten am „Seckendorff-Platz“ am Heiderand wohl derart gewöhnt, dass man ihnen Desinteresse am Namenspatron dieses Universitätsstandorts gar nicht übel nehmen muss.

Auffällig ist jedoch, dass die beiden zentralen Plätze des Campus nach Universitätsgrößen der „ersten Stunde“ benannt sind, was in Erinnerung zu rufen sich angesichts der inzwischen mehr als dreihundertjährigen Tradition unserer Uni regelmäßig lohnt. Während der benachbarte Von-Danckelmann-Platz auf den ersten Oberkurator der Alma mater, Daniel Ludolf von Danckelmann (1648-1709), verweist, fördern Recherchen zur Familie von Seckendorff zunächst den Hinweis auf ein Adelsgeschlecht aus Mittelfranken zu Tage.

Deren Sprosse sind seit dem 16. Jahrhundert bis auf den heutigen Tag in mitteleuropäischer Politik, Kunst und Literatur, aber auch in kriegerischen Zusammenhängen nachweisbar. Für Halle jedoch scheint, zumal wegen des engen Zusammenfallens der beiden Platznamen am Heiderand, vorrangig Veit Ludwig von Seckendorff (1626-1692) von Interesse zu sein. Jener war nach einer Geheimratskarriere über mehrere Stationen in Mitteldeutschland, die er durch ökonomische und theologische Schriften flankierte, nach Berlin gelangt und dort für das Amt des Gründungskanzlers der Universität Halle vorgesehen. Von Seckendorff erreichte die Saalestadt zwar noch, verstarb aber 1692 und konnte somit weder die Einweihung der Hochschule 1694 erleben noch ihr durch sein Tun einen Stempel aufsetzen; sind uns vielleicht deshalb heute auch Namen wie Thomasius oder Wolff sehr viel präsenter?

von Andrej Stephan, blick.punkt

 

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