BI „Hochstraße“ im OV Mitte zu Gast

Veröffentlicht am 27.01.2010 in Ortsverein

Mit einem intensiv diskutierten Thema beschäftigte sich der OV Mitte in seiner Januarsitzung. Was wird aus der Hochstrasse? Die Genossen waren sich nicht einig. von Andreas Schmidt, OV-Vorsitzender

Viele Hallenserinnen und Hallenser sehen in der Hochstraße eine unerlässliche Verkehrsader. In den Augen anderer spaltet das Bauwerk die Stadt. Fest steht, die Meinungen zum Thema Abriss der Hochstraße sind gespalten. Am 26. Januar trug Herr Hans Georg Ungefug von der BI (Bürgerinitiative) Hochstraße Halle e.V. die Argumente der Initiative vor. Die Hochstraße habe eine Nutzungsdauer von noch bis zu 30 Jahren. Danach sei ein Neubau zu errichten, oder Alternativen umzusetzen. Die Bürgerinitiative wolle die Debatte über solche Alternativen anstoßen und führen. Sie habe dabei Wiederherstellung der historischen und kulturellen Entwicklungspotenziale der halleschen Altstadtquartiere, die Sicherung und Neubelebung der verkehrlichen Platzfolgen: Marktplatz, Altmarkt, Franckeplatz, Riebeckplatz, Glauchaer Platz, Rannischer Platz, die Anbindung der die Altstadt umgebenden Stadtteile, vor allem Glaucha sowie Neustadt, die Vorsorge für die Aufnahme der Franckeschen Stiftungen in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes sowie die Sicherung der historischen Ensembles wie Franckesche Stiftungen, Elisabeth-Krankenhaus, Kirche sowie der noch erhaltenen Gründerzeithäuser entlang der Hochstraße im Blick. Um diese Ziele erreichen zu können, müsse die Stadt auf den Neubau einer Hochstraße verzichten. Die Voraussetzungen dafür, das vierspurige Verkehrsbauwerk durch eine verträglichere Lösung ersetzen zu können müssten aus Sicht der Initiative vor allem mittels einer Neuordnung der Verkehrssysteme und der Verkehrswege zu einer Neuorganisation der Verkehrsströme und der Verkehrsmengen in der gesamten Stadt geschaffen werden. Herr Ungefug nannte hier die Stichworte Neuordnung des ‚Modal Split‘, mit dem Ziel, die Verkehrsmengen des motorisierten Verkehrs nachhaltig zu verringern, die Reduzierung des Verkehrs im Innenstadtbereich, die Reduzierung der Durchgangsverkehre durch eine Erschließung der äußeren Umgehungsstraßen und ein Durchfahrverbot für Schwerverkehre ohne Ziele in der Stadt sowie die Untersuchung von Verkehrsalternativen einschließlich des langfristigen Ausbaus eines innerstädtischen Erschließungsringes und weiterer Tangenten außerhalb der Altstadt. Alle Lösungen, so Herr Ungefug, seien mit erheblichen Kosten verbunden, auch die Neuerrichtung einer Hochstraße. Die Stadt und ihre Bürgerschaft könnten mittelfristig also weder der Debatte noch den Kosten ausweichen. Die anschließende, sehr lebendig geführte Diskussion mit den Mitgliedern des Ortsvereins dokumentierte wie stark das Thema die Menschen unserer Stadt beschäftigt und wie sehr die Debatte um die Hochstraße mit den verschiedenen Vorstellungen zur Zukunft des Verkehrsraums Halle verbunden ist.

 

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